Wenn sicherheitspolitische Fragen nicht nur aus dem Lehrbuch kommen, sondern im direkten Gespräch verhandelt werden, gewinnt Politikunterricht an Schärfe. Genau diese Erfahrung machten die Schülerinnen und Schüler unserer Kursstufe 1, als der Jugendoffizier der Bundeswehr, Hauptmann Marco Federer, im Saal der Schülerbibliothek zu Gast war.
Den Einstieg in die 90-minütige Doppelstunde bildete eine offene Frage: „Was bereitet euch aktuell die größten Sorgen?“ Bereits hier nannten die Jugendlichen zentrale Themen wie Kriege, internationale Konflikte und territoriale Ansprüche von Staaten. Daran anknüpfend gab Hauptmann Federer einen Impulsvortrag zu aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Zur Sprache kamen unter anderem der Klimawandel als sicherheitspolitischer Faktor, internationale Aufrüstung, zwischenstaatliche Konflikte, Desinformation sowie die Rolle von NATO und Bundeswehr in diesem Spannungsfeld. Auch die Rechtsgrundlagen von Auslandseinsätzen und die besondere Stellung der Bundeswehr als Parlamentsarmee wurden erläutert.
Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, in der die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Fragen stellten. Diese reichten von der Wehrpflicht und Fragen der Wehrgerechtigkeit über aktuelle geopolitische Entwicklungen – etwa mit Blick auf die internationale Politik – bis hin zu grundsätzlichen ethischen Fragen nach der Legitimität militärischer Ausbildung. Immer wieder stand dabei die Überlegung im Raum, wie demokratische Werte und die eigene Lebensweise im äußersten Fall geschützt werden können – verbunden mit dem Wunsch, dass es idealerweise gar nicht erst zum Krieg kommt. Hauptmann Federer ging offen auf die unterschiedlichen Positionen ein und suchte bewusst den Dialog.
Gemeinschaftskundelehrerin Ulrike Wachter hatte den Besuch des Jugendoffiziers organisiert. Sie zog ein positives Fazit: „Die Schülerinnen und Schüler konnten sicherheitspolitische Fragen nicht nur theoretisch, sondern im direkten Austausch diskutieren – kritisch, informiert und mit großem Interesse.“ Viele Schülerinnen und Schüler äußerten im Anschluss, dass ihnen der Vortrag geholfen habe, internationale Sicherheitspolitik und Verteidigungsfragen besser einzuordnen – gerade vor dem Hintergrund der derzeit als besonders angespannt wahrgenommenen weltpolitischen Lage. Einige hätten sich darüber hinaus gerne noch intensiver über den Alltag bei der Bundeswehr informiert, was im Rahmen des Besuchs jedoch nur begrenzt möglich war.




