Während andernorts über internationale Krisen berichtet wird, schlüpften Ende Mai fünf Baaremer Jugendliche selbst in die Rolle von Diplomaten, Richtern und Delegierten der Vereinten Nationen. Bei der Konferenz „Model United Nations Baden-Württemberg“ (MUNBW) in Stuttgart vertraten vier Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 1 des Fürstenberg-Gymnasiums sowie ein Schüler des Technischen Gymnasiums verschiedene Staaten und diskutierten über einige der drängendsten Herausforderungen der Gegenwart.
Die Teilnahme an der Konferenz ist Teil der langjährigen MUN-Tradition am Fürstenberg-Gymnasium. In der schuleigenen Arbeitsgemeinschaft bereiten sich die Teilnehmer über mehrere Monate intensiv vor, recherchieren die Positionen ihrer jeweiligen Staaten und trainieren die Regeln internationaler Diplomatie.
Den Auftakt bildeten Workshops im Gewerkschaftshaus, bevor die Konferenz feierlich eröffnet wurde. Unter dem Motto „Verbrannte Erde – Klimaschutz im Schatten der Krisen” standen die Auswirkungen des Klimawandels im Spannungsfeld von Krieg, Armut und gesellschaftlichen Konflikten im Mittelpunkt.
Über drei Tage hinweg tagten die verschiedenen Gremien im Hospitalhof Stuttgart. In der Generalversammlung vertrat einer der Donaueschinger Gymnasiasten Algerien und diskutierte über den Umgang mit Klimaflüchtlingen – ein Thema, bei dem besonders afrikanische Staaten umfangreichere Unterstützung durch die Hauptverursacher globaler Emissionen einforderten. Vor dem Internationalen Gerichtshof verhandelten zwei weitere Teilnehmer als Prozessbevollmächtigte Rumäniens einen fiktiven Grenzkonflikt um chemisch verseuchtes Wasser nach einem Dammbruch, während ein dritter als Richter mitwirkte. Im Wirtschafts- und Sozialrat stand schließlich die Frage im Raum, wie Künstliche Intelligenz zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden kann.
Rund 300 Teilnehmer kamen in Stuttgart zusammen. Vorbereitet und geleitet wurde die Veranstaltung überwiegend von jungen Ehrenamtlichen. Die begleitende Lehrerin Frauke Jürgensen zeigte sich am Ende beeindruckt: „Model United Nations vermittelt politische Bildung auf eine Weise, die im Unterricht nur schwer möglich ist.” Die Jugendlichen würden unmittelbar erleben, wie komplex internationale Politik ist und wie wichtig Kompromisse seien, so die Gemeinschaftskundelehrerin.




