Mit einem bislang wenig bekannten Kapitel der Regionalgeschichte beschäftigten sich Mitte März unsere Schülerinnen und Schüler des Leistungsfachs Geschichte. Rund 20 Gymnasiasten aus der KS1 und der KS2 nahmen am 14. März an einer Fachtagung im Städtlesaal in Blumberg teil, die sich mit der Zwangsarbeit in der Region während der Zeit des Nationalsozialismus befasste.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des Wirtschaftshistorikers Wolf-Ingo Seidelmann, der sich seit Jahren mit der Geschichte Blumbergs in der NS-Zeit beschäftigt. In seinem Beitrag stellte er neue Forschungsergebnisse zur Zwangsarbeit im Raum Blumberg zwischen 1940 und 1945 vor. Ausgangspunkt seiner jüngsten Untersuchungen war ein Kontakt zu Nachfahren ehemaliger Zwangsarbeiter, der weitere Recherchen ermöglichte. Dadurch ließ sich erstmals ein genauerer Einblick in das Schicksal zahlreicher Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gewinnen, die während des Zweiten Weltkriegs in Landwirtschaft, Bergbau und Rüstungsindustrie eingesetzt waren.
Die Tagung wurde vom Baarverein und dem Blumberger Geschichtsverein „Wurzelsucher“ organisiert und durch mehrere Institutionen unterstützt, darunter auch das Fürstenberg-Gymnasium. Neben dem wissenschaftlichen Vortrag bot die Veranstaltung auch Beiträge von Nachfahren ehemaliger Zwangsarbeiter sowie eine Fotoausstellung zur Geschichte Blumbergs in den 1940er-Jahren.
Begleitet wurde die Baaremer Schülergruppe an diesem Tag von ihren Lehrern Christian Gassner und Matthias Faller sowie von Schulleiter Mario Mosbacher. Für die Teilnehmer bot die Tagung die Gelegenheit, die im Unterricht behandelten Themen zur NS-Wirtschaftspolitik und zum NS-Unrechtsstaat um einen regionalgeschichtlichen Blickwinkel zu erweitern. „Für die Schüler ist es besonders eindrücklich, wenn historische Entwicklungen nicht nur abstrakt im Unterricht behandelt werden“, sagte Geschichtslehrer Christian Gassner. Die Lehrbuchthemen bekämen so einen konkreten Bezug zur eigenen Region.



